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Strathisla 1957, G&M, 43%vol

18 Jun

Vor laaaaanger, langer Zeit, als ich noch laaange nicht geboren war, in dem Jahr als die Sowjetunion den ersten Satteliten (Sputnik) ins All schickte, der offizielle Jaguar-Auto-Vertrieb in Deutschland startete, Elvis Presley sich ne Villa in Memphis kaufte, ja in diesem Jahr 1957 wurde der folgende Single Malt destilliert, und 50 Jahre später in die Flaschen gefüllt, und diese hier heute von mir geöffnet.

50 Jahre im Fass, da kann schon einiges schief gehen, zu viel Sherry, zu viel Holz, u.s.w.

Die Farbe ist nicht zu dunkel, was auf eine gewisse Ausgewogenheit hoffen läßt.

Der Duft dieses Malts ist unheimlich komplex und erstaunlicherweise extrem frisch, spritzig und vital, wie ich es eher von einem viel, viel jüngerem Malt erwartet hätte.
Sehr fruchtig, der Sherry eher im Hintergrund, leicht zitrusartig, Cocos (!), Menthol und minzig, wirklich sehr frisch.
Etwas Holz und Leder ist dann aber schon zu vernehmen, natürlich auch der Sherry mit der Zeit und er ist sehr, sehr elegant, alles andere als ein Sherry-Schwergewicht. Sehr schön soweit.

Dann im Mund sehr intensiv (deutlich intensiver als von 43%vol erwartet), fruchtig, adstringierend, eher trocken. Der Malt dehnt sich wirklich sehr intensiv, langsam und kontinuierlich im Mund aus und verweilt dort sehr lange. Auch hier ist er sehr elegant und wärmend, etwas süß zuerst, dann aber schnell trocken werdend mit etwas trockener Holzkohle im Abgang, der sehr lange anhält und der Nachgeschmack ist nach vielen Minuten noch präsent.

Fazit: Sehr alt, sehr elegant, sehr lecker, bei dem hier ist wirklich nichts schief gegangen, ein toller Stoff aus einem tollen Fass wurde zum richtige Zeitpunkt abgefüllt. Das ist echte Whisky-Kunst.

Edit:: der Geschmack hält sich wirklich fast unendlich lang, auch wenn der Malt schon lange aus dem Mund verschwunden ist. Faszinierend, und bisher so noch nicht erlebt!

Rating: ✰✰✰✰✰

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Ein Kommentar

Verfasst von - Juni 18, 2011 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

Eine Antwort zu “Strathisla 1957, G&M, 43%vol

  1. Sebastian H.

    Mai 24, 2012 at 11:41

    der Strathisla 1957:
    wie auch schon der 30 jährige hier deutlich weniger Sherryeinfluss als erwartet; Der Beerenduft und der Geruch nach Lack und Politur ist hier sehr viel ausgeprägter; allerding nach wie vor nicht störend oder aufdringlich. einen Geruch wie Leder den man oft in alten Malts findet, suche ich hier vergebens, der Strathisla wirkt sehr viel jünger und fruchtiger als man es annehmen würde, trotzdem bietet er eine wundervolle Komplexität.
    Johannisbeere, Lack, Kleber, dunkle Früchte aber zugleich immer eine gewisse Frische, wie bei einem Minzblatt; Minze ist das nicht, aber ich kann es nicht wirklich benennen; Mentholbonbon trifft es ganz gut finde ich 🙂

    Geschmack: zunächst etwas zurückhaltend, dann Zitrusfrucht und Sherry und das Fass kommt immer und immer mehr durch (wird aber nie unangenehm) wundervoller Geschmack, den kann man ewig im Mund behalten; behält man dann auch:

    Abgang: unheimlich langer Abgang, zunächst süß und dann auf einmal ist die Eiche im ganzen Mundraum; so stelle ich es mir vor in ein weiches Stück Holz zu beissen (im positiven Sinne); eigentlich hab ich immer ein bisschen meine Probleme mit zuviel Fasseinfluss im Abgang, hier ist er aber nicht aufdringlich, trotzdem stets präsent! Wahnsinn

    Schade, dass man so einen Malt nicht jeden Tag trinken kann! 😉

    Vielen Dank für das tolle Erlebnis!

     

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