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Glenfarclas 1980 Port Pipes, Christmas Malt, OB

28 Jun

So, bis Weihnachten konnte ich doch nicht warten und öffnete soeben die folgende Flasche, und ich kann vorab schon sagen, daß dies der beste Glenfarclas ist, den ich bis jetzt getrunken habe. Dabei begann unsere Zusammentreffen gar nicht so harmonisch, da mir nur beim Entfernen des oberen Kapselendes der Korken abbrach (auf dem Bild zusehen) und zudem stach auch noch ein leichter Korkgeruch in die Nase, was ich zwar schon oft bei Wein (welcher bei Korkgeschmack in der Regel weggeschüttet werden muß, da der Kork allen anderen Geschmack dominiert), noch nie aber bei Whisky hatte.

Zum Glück hab ich noch einige Korken vorrätig, sodaß ich die Flasche wieder schließen konnte.

Nun, bevor ich diesen kostbaren Malt in den Ausguß schütte, wollte ich zumindest probieren, ob der Kork auch in den Whisky übergegangen war.
Also, was roch ich….:zuerst ist der Alkohol ziemlich dominant und stechend, was aber direkt nach dem Öffnen der Flasche oft der Fall ist; die Aromen müssen sich erst entfalten….was sie dann auch taten, und wie!

Als er etwas aufklarte (der Kork war zu Glück nicht riechbar) präsentierte sich mir der intensivste Glenfarclas „I have ever tastet“, eine Karamellartige Sherrynase, mit einer wunderbaren Komplexität, Fruchtigkeit, sehr süß mit Orangen, Honigmelone und süßer, saftiger Birne, die man im Mund nicht kauen muß, weil sie auf der Zunge zergeht….
Erstaunlicherweise zeigt sich auch eine Pfefferartige Würze, die entfernt an die alten 10yo OA von Talisker erinnert (!), eine fantastische Kombination an Aromen, ein Malt für die Nase….

Der Hammer ist dieser Whisky aber im Mund. Diese Kraft und Konzentration habe ich zuletzt so intensiv beim Highland Park 25 yo erfahren. Alkoholisch, extrem voluminös, ziemlich süß und überwältigend wie eine Springflut explodiert er, hat eine schöne Süße, ohne plump zu sein, nein, eher auch würzig und elegant, wenn auch vielleicht nicht ganz so komplex wie z.B. der Glenfarclas 25 yo, was aber auch das einzige ist, worin dieser etwas besser ist. Ansonsten stellt dieser 1980-er Christmas Malt alles andere von Glenfarclas in den Schatten, was ich kenne.

Der Abgang ist recht lang, sehr nussig (deutliche Haselnuss), oder ob ich da doch einen leichten Korkton fehlinterpretiere? (Immerhin ist der Gaumen durch den Alkohol doch etwas mehr betäubt als beim Wein)

Wie auch immer, selbst wenn es so sein sollte, das könnte ich verschmerzen, angesichts der sehr hohen Qualität dieses Malts.
Er hält sich sehr lang, und verabschiedet sich nur sehr langsam vom Gaumen.

Rating: ✰✰✰✰✰

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