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Springbank 1980/1993, Abf. „Wein und Whisky“

27 Apr

Diesen schönen Malt durfte ich vor kurzem bei meinem Maltmentor probieren und war wieder mal von dieser alten Art eines sherrygereiften Whiskys begeistert. Die Fotos sind etwas irreführend, aber in den Kommentaren, die an diesen Artikel angefügt sind, wird das hinreichend erläutert.

Nase (pur): Einfach nur traumhaft! Diese typischen, alten Aromen von Klebstoff, Nuss, Noisette, Rosine faszinieren mich immer wieder! Der Whisky war ja mit 56%vol abgefüllt, und trotzdem ist der Alkohol in der Nase kaum spürbar. Das ganze hat einen sehr sahnigen Charakter, als wären die Aromen in ein Gewand aus frisch geschlagener Vanillesahne gebettet, wunderbar. Dazu kommen nun noch als Kontrast Düfte, die mich an Pfeiffentabak und U-Bahntunnel erinnern, ich liebe diesen Duft…

Nase (auf 49%vol): Nun öffnet er sich noch mehr, obwohl er vor der Verdünnung auch nicht gerade zurückhaltend war. Es kommt nun mehr eine Fruchtigkeit zum Vorschein, ebenso Weingummis, Marzipan, der Duft einer neu gekauften Zeitung, wenn man sie zum ersten mal aufschlägt und an den Seiten riecht… Es entwickeln sich dann noch Toffee, Karamellpudding (mit viel Sahne), Holzkohle, etwas Minze und schließlich auch eine leichte Zitrusartigkeit. Sehr komplex ist dieser Malt, wie hoffentlich deutlich geworden ist.

Mund: Enorm voll! Würzig und süß betäubt er etwas meine Zunge, obwohl ich ihn verdünnt genieße (unverdünnt hab ich mich nicht getraut…). Er ist ölig, regt den Speichelfluss an, breitet sich extrem im Mund aus, Lakritz mit leichter Holzigkeit und minimaler Bitterkeit zum Schluß.

Abgang: Lang, mit Lakritz und gezuckerter Sahne, ein klein bißchen fade zum Schluß (macht aber nix)

Fazit: Traumhafter, alter Stoff, wie man ihn heute suchen muß.

Rating: ✰✰✰✰✰

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6 Kommentare

Verfasst von - April 27, 2012 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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6 Antworten zu “Springbank 1980/1993, Abf. „Wein und Whisky“

  1. Ingo

    Mai 19, 2012 at 11:41

    Gelungene Beschreibung – ungefähr so hab ich ihn in Erinnerung. Nur die Bilder sind irreführend – die Zeigen eine 78er Vintage-Originalabfüllung („Aquarell-Label“) … in die der Stoff bestimmt mal umgefüllt wurde. Liegt einfach daran, dass Werner H. von „World Wide Whisky“ (damals, in den 90ern nannte er sich noch nicht Whiskykanzler…) seine Eigenabfüllungen noch in merkwürdigen Keulenflaschen abfüllte und diese mit Edding beschriftete. Der verkaufsfördernde Trick, für ein paar Groschen Aufpreis die Flaschen mit einem Etikett zu versehen, erschloss sich ihm damals noch nicht. Tatsächlich sollten einige Jahre ins Land gehen bis sich die Erkenntnis durchsetzte, dass eine mit einem ordentlch gestalteten Label und Verschlusskapsel versehene Flasche alle Käuferschichten anspricht und damit den zügigen Umsatz der Ware gewährleistet. 😉

     
  2. Ingo

    Mai 19, 2012 at 11:41

    Es kann allerdings auch sein, dass ich in dem Fall unrecht habe, denn es gab auch Ausnahmen von der oben beschriebenen Regel. Wenn er den 78er über den deutschen Importeur bekommen hat, ist es durchaus möglich, dass die Ware in den damals üblichen Originalflaschen kam … also Bilder in jedem Fall drin lassen, sieht ja auch chic aus.

     
    • whiskycuse

      Mai 19, 2012 at 11:41

      Danke für die Hintergrundinfo. Ich bezog mich letztendlich auf die Infos auf der Flasche, da ich keine weiteren konkreteren Infos über den Inhalt bekommen konnte. How ever, ein toller Malt ist es auf jeden Fall gewesen. Vielleicht liest Werner ja den Beitrag, dann kann er noch genaueres dazu sagen.

       
  3. whiskycuse

    Mai 28, 2012 at 11:41

    Ich hab noch mal wegen dem Inhalt der Flasche nachgefragt, und hier das Ergebnis: Bei dem Inhalt der Flasche handelt es sich um einen 1980-er Springbank, der ca 1993 von „Wein und Whisky“ direkt im Laden mit 56%vol abgefüllt wurde. Das es kein Label zu diesem Malt gab, wurde er in diesem Fall in die oben zu sehende Flasche abgefüllt, als Verlegenheitslösung sozusagen.

     
  4. whiskykanzler

    August 7, 2012 at 11:41

    Ja, das war einer von den guten Malts…
    Abgefüllt, bevor das Äußere einer Abfüllung über dessen „Qualität“ entschied.
    Es war mein eigenes Fass, also sind die Bilder der Originalabfüllung etwas irritierend.

     
    • whiskycuse

      August 7, 2012 at 11:41

      Ich hoffe, daß die Einleitung in diesem Artikel und die folgenden Kommentare ausreichend zur Klärung beiragen. Ich würde die Bilder nur ungerne wieder entfernen…

       

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