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Longmorn 1971/2011, G&M

08 Mai

Als ich diese Flasche zum ersten mal sah, da war ich schon etwas irritiert, da der Inhalt doch deutlich heller ist, als z.B. beim 30 yo von G&M.  Mein Maltmentor jedoch hatte die Vermutung, daß durch den geringeren Einsatz von firstfill Sherryfässern, die Fruchtigkeit dieses 1971-ers besser zur Geltung kommen könnte. Ich bräuchte vor der hellen Farbe keine Angst zu haben. Eines vorweg: er sollte Recht behalten.

Nase: Ein kleines bißchen alten Rauch kann ich ganz entfernt vernehmen. Dann ist er, wie vermutet, sehr fruchtig. Es zeigen sich Apfelsinen, süße, reife Äpfel, Rosinen, ein wenig mentholartige Frische und etwas Vanille. Er hat einen sowohl frischen, als auch alten Charakter, und beides geht Hand in Hand harmonisch miteinander einher. Ein klein bißchen Holz und Holzpolitur tauchen noch auf, und fügen sich ganz selbstverständlich in das Gesamtbild ein. Diese Düfte sind gezeichnet von großer Harmonie und perfekter Aromenintegration.

Mund: Noch besser! Unglaublich voll (er setzt sich sogar noch gegen den gerade von mir probierten Cragganmore mit 49%vol durch!), große Geschmacksfülle, mit Sherry und nassem Keller, mittelsüß und sehr elegant! Schnell erscheint auch wieder die tolle Fruchtigkeit, und auch etwas Cassis, was mich sogar Vergleiche mit alten Tomatins anstellen läßt. Etwas Cocos, kaum Bitterkeit, Butterstreusel, mit großer Länge und Eleganz.

Abgang: Kaum endend, mit viel Fruchtigkeit und Eleganz, verglüht nur langsam im Mund und hinterlässt ein Gefühl von Wehmut (denn das Glas ist nun leer).

Fazit: Also erstens sollte man immer auf seinen Mentor hören…und ansonsten ist dies ein traumhafter Malt zu einem vernünftigen Preis. Die Fässer wurden perfekt ausgesucht und scheinen nur ihre besten Aromen an den Whisky abgegeben zu haben.

Rating: ✰✰✰✰✰

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6 Antworten zu “Longmorn 1971/2011, G&M

  1. Yeti

    Mai 9, 2012 at 11:41

    MMM (man, man Marcus), da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen und man fragt sich wo der eigene Mentor ist !!

     
    • whiskycuse

      Mai 9, 2012 at 11:41

      Wen meinst Du denn damit? 😉
      Schön, daß dir die Beschreibung gefällt. Und dafür, daß Du bist jetzt der einzige Kommentator meiner Posts bist, ein dickes dankeschön!

       
  2. Julian

    Mai 12, 2012 at 11:41

    Hallo Marcus,
    eine tolle Seite hast du hier aufgebaut!

    Ich durfte diesen Whisky kürzlich im Rahmen eines Tastings, ebenfalls bei Markus, probieren – natürlich bildete er den krönenden Abschluss des Abends!
    Deine Beschreibung ist wirklich sehr gut geschrieben und erfasst nahezu sämtliche Eindrücke, die ich erlebt habe. In der Nase habe ich zusätzlich noch Aprikose und etwas Honig vernommen und zu den Geschmacksnoten würde ich noch eine unterschwellige pfeffrige Schärfe und wiederum Aprikose, dazu Spuren von Maracuja, Pfirsich und Apfel hinzufügen wollen. Insgesamt ging das schon fast in eine tropisch-fruchtig anmutende Mischung über.
    Einen derart komplex-fruchtigen, runden, sauberen und weichen Whisky erlebt man höchstselten!

     
    • whiskycuse

      Mai 12, 2012 at 11:41

      Vielen Dank und schön, daß Dir die Seite gefällt.
      Tropische Fruchtigkeit, die Du erwähnst, bestätigt mein Vergleich zu den alten Tomatins, die davon ja nur so strotzen. Ich finde, Markus hatte da genau die richtige Vermutung, was die Fruchtigkeit angeht. Schön, daß er vom Sherry nicht erdückt wurde, nach 40 Jahren im Fass…

       
  3. Michael Scholz

    März 6, 2014 at 11:41

    Ich hab die Flasche noch im Regal stehen, schließlich sind 325 Euro kein Pappenstiel.
    By the Way: Respekt für deine tollen „Analysen“. Immer wieder gelungen (und dtimmend).

     
    • whiskycuse

      März 7, 2014 at 11:41

      Vielen Dank! Und ja, teuer sind sie geworden, leider auch die G&M Abfüllungen…

       

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