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Talisker 10 yo, OB 2011 und 10 yo, OB ca. 1995 im Vergleich

28 Okt

Nase (OB 2011): Hier ist der erste Eindruck malzig und nur leicht vom Sherry beeinflusst. Er ist sehr frisch mit einer deutlichen Seebrise und Salzigkeit, ergänzt von Chili, Getreide, grünem Pfeffer und einem Aroma von frisch geschnittenem Gras. Es zeigt sich mit der Zeit eine gewisse Fruchtigkeit, die an saure Orangen und grüne Äpfel erinnert. Im Gesamten macht er einen recht jungen und spritzigen Eindruck.

Nase (OB 1995): Dieser Duft ist deutlich stärker vom Sherry beeinflußt, und der Malt ist viel dunkler und reifer wirkend. Es zeigen sich Aromen von Toffee, dunklen Brownies, Rosinen, Karamell, etwas Marzipan und knusprigem Malz. Er wirkt ziemlich süß, und der maritime Charkter befindet sich deutlich im Verborgenen.

Mund (OB 2011): Intensiv, malzig und mittelsüß mit großer Ausdehnung im Mund. Der Malt macht dabei einen explosiven, ja wirklich vulkanischen Eindruck, prickelt und wärmt wunderbar auf Zunge und im Hals und hinterläßt Spuren von hellen Früchten und Salz. Er ist sehr frisch und wird auch mit der Zeit kaum trockener.

Mund (OB 1995): Auch diese Version ist enorm intensiv, lebendig und prickelnd auf der Zunge. Allerdings ist auch die Geschmacksausprägung deutlich dunkler mit Aromen von Sherry, Rosinen, Nuss und Orangen, und auch eine minimale Holzigkeit ist zu erkennen. Er macht einen älteren und komplexeren Eindruck als die aktuelle Version und auch die Harmonie der Aromen ist hier deutlicher ausgeprägt.

Abgang (OB 2011): Sehr lang und frisch, mit Malz und Seearomen.

Abgang (OB 1995): Ebenso lang mit Malz, Sherry, Karamell und Nuss.

Fazit: Ein interessanter Vergleich und zwei völlig verschiedene Malts, die ich hier im Glas hatte. Die aktuelle Version macht einen deutlich jüngeren und etwas unreifen Eindruck, ist allerdings auch etwas frischer und explosiver im Geschmack. Die ältere Version scheint um einiges intensiver vom Faß dominiert zu sein, und scheinbar befinden sich in ihr auch deutlich ältere Malts. Denn die Komplexität und Harmonie ist hier merklich stärker ausgeprägt. In Punkto Intensität steht sie der aktuellen Abfüllung nur minimal nach, sodaß mir die alte Abfüllung im Gesamten etwas besser gefallen hat. Trotzdem sei hier einmal festgestellt, wie hochqualitativ die Talisker Malts auch schon im Einsteigersegment sind, egal wann sie nun abgefüllt wurden.

Rating (OB 2011): ✰✰✰✰

Rating (OB 1995): ✰✰✰✰✰✰✰✰✰

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4 Kommentare

Verfasst von - Oktober 28, 2012 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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4 Antworten zu “Talisker 10 yo, OB 2011 und 10 yo, OB ca. 1995 im Vergleich

  1. Jan van den Ende

    Oktober 28, 2012 at 11:41

    Very interesting Notes! Talisker is certainly an interesting distillery. And still with reasonable prices for their entry Single Malt.

     
    • whiskycuse

      Oktober 28, 2012 at 11:41

      Ja, mit beidem hast Du recht. Ich finde es immer wieder interessant alte mit neuen Originalabfüllungen zu vergleichen. Und was Talisker angeht, so habe ich selten eine so durchgängig hochqualittive Range gesehen, wie bei dieser Destille.

       
  2. margaretemarie

    Mai 8, 2013 at 11:41

    Diesen Vergleich finde ich unglaublich interessant. Ich hätte nicht gedacht, dass der Unterschied so deutlich ist. Was denkst du, woran das liegt? Personalwechsel? Zufall? Werden auch bei Talisker die älteren Sherry-Fässer knapp? Oder werden die Sherry-Fässer vermehrt für teurere Abfüllungen benötigt? Ein spannenes Thema, das du hier aufgreifst!
    LG
    mm

     
    • whiskycuse

      Mai 8, 2013 at 11:41

      Ich glaube, da ist von allem etwas dran, und dazu kommt noch, daß die Malts im Laufe der Jahrzehnte sich in der Flasche zu harmonisieren scheinen. Mit Sicherheit waren früher in den einfachen Standardabfüllungen deutlich mehr ältere Fässer drin, als heute. Der Bedarf ist einfach so groß geworden, daß es sich die Brennereien nicht mehr leisten können, 20 Jahre alte Fässer in einen 10 yo zu mischen (oder zumindest nicht mehr so viele). Ich habe ja relativ viele dieser Vergleiche gemacht, und mir ist immer wieder diese enorme Komplexität und Harmonie in den Abfüllungen der alten Zeit aufgefallen. Das ist zumindest meine Vermutung, da könnte man noch stundenlang drüber philosophieren. Wenn Du bei mir im Archiv stöberst, dann kannst Du noch mehr dieser (wenn auch nicht immer direkten) Vergleiche finden.
      Cheers

       

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