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Bowmore 1997/2010, High Spirits, Cask 1895

15 Feb

Nase (pur): Es zeigt sich viel Rauch und deutliche Maritimität, mit viel Strand, Tang und Frische. Der Alkohol ist deutlich präsent, und so drängt sich mir eine gewisse Schärfe auf, die jedoch etwas durch Aromen von Vanillecreme und Butter, ergänzt von süßem Orangensaft gemildert wird. So richtig entfalten kann er sich aber anscheinend noch nicht.

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Nase (mit etwas Wasser): Der Rauch geht etwas in den Hintergrund und macht einer deutlicheren Fruchtigkeit (Orangen, Zitrus und Limetten) und stärkeren Vanillearomen platz. Er bleibt weiter eher süß, nicht allzu komplex aber saftig und appetitanregend. Mit der der Zeit entwickelt sich auch eine würzige Note, welche dem Malt dann doch noch etwas mehr Dimensionalität verleiht. Trotzdem bleibt bei mir der Eindruck, daß die Spirit/Faß-Interaktion, angesichts des Alters von 13 Jahren, doch etwas gewaltiger hätte ausfallen können.

Mund (pur): Süß und cremig tritt er an, mit viel Rauch, vanillig und zitrusartig zugleich. Trotz des hohen Alkohols brennt er keineswegs, sondern wälzt sich einfach nur schwer durch meinen Mund, ohne auch nur irgendwie betäubend auf meine Geschmacksknospen zu wirken. Auch hier ist er schön fruchtig und erinnert mich an Madarinen, Aprikosen und Limetten, und er zeigt mit der Zeit eine leichte Bitterkeit, die sich wunderbar in dieses Rauch-Frucht-Vanillegemisch einfügt und den Malt hier nun doch angemessen komplex erscheinen läßt. So richtig juckt es mich nicht ihn zu verdünnen, aber mal sehen, was er mit etwas Wasser noch so zu bieten hat.

Bowmore 13 yo High Spirits (800x600)

Mund (mit etwas Wasser): Ja, immer noch gut, etwas schlanker, aber mit einer guten Mischung aus Rauch, Frucht, Vanille und Würze. Kurz gesagt, erscheint er ähnlich wie unverdünnt, büßt aber etwas an Mundfülle ein und bekommt einen mineralischen Ton hinzu.

Abgang: Sehr lang, fruchtig, rauchig und mineralisch, mit leichter Adstringenz.

Fazit: Dieser Malt zeigt eine etwas ungereift und „einfallslos“  wirkende nasale Aromenpallette, die die etwas reduzierte Reife zu bestätigen scheint, die von der extrem hellen Farbe des Malts angekündigt wird. Auf dem Foto kommt das leider nicht so gut herüber, und doch erinnerte er mich stark an einen jungen Weißwein im Glas. Wenn man sich dann doch zu einem Schluck hinreißen läßt, wird man überraschend großzügig mit einer enormen saftigen Süffigkeit belohnt, die sich am besten unverdünnt voll entfalten kann. Er läßt sich wirklich gefährlich leicht wegschlürfen und stellt für mich somit einen optimalen Trinkwhisky dar, bei dem intensives Nosen nicht erforderlich ist, und bei dem man mit Wasser vorsichtig experimentieren sollte. Und doch muß ich sagen, daß man die 90 €, die für den Malt ungefähr aufgerufen werden, anderweitig durchaus wirkungsvoller einsetzen kann.

Rating: ✰✰✰

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Ein Kommentar

Verfasst von - Februar 15, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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Eine Antwort zu “Bowmore 1997/2010, High Spirits, Cask 1895

  1. Jan van den Ende

    Februar 15, 2013 at 11:41

    I haven’t tasted this specific Bowmore but the one’s I’ve had so far (12 Enigma + 18) had the same dangerous drinkability. Not extremely complicated but nice to drink!
    Cheers!
    Jan

     

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