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Longrow Red 11 yo, OB 2012

12 Mrz

Jura 10 yo (4) (600x800)

Nase: Der Rauch steht deutlich im Vordergrund und erinnert mich an knusprigen Bacon, Holzkohle und verbrannte Tannenzweige. Es dauert eine Weile, bis ich diese Rauchmauer durchbrochen habe, denn sie ist kräftig und sehr dominant ausgeprägt. Mit der Zeit aber zeigen sich schnell leicht weinige, und süß/fruchtige Noten, und so entsteht der Eindruck von Himbeeren, Kirschen und süßen Erdbeeren in meiner Nase, welche ergänzt werden von etwas Marzipan und Vanille. Er wirkt wirklich sehr süß und süffig, und nach einer Weile wird er auch ein wenig floral. Mit ein paar Tropfen Wasser geht der Rauch eher in den Hintergrund und läßt eine angenehme Mineralität zu Tage treten. Die Einzelkomponenten sind jeweils sehr schön, allerdings sind sie noch weit davon entfernt eine Einheit zu bilden, und so stört mich dieser dominante Rauch die ganze Zeit über etwas.

Longrow red (800x600)

Mund: Auch hier ist er auf Anhieb rauchig, aber auch süß und süffig. Er zeigt sich sehr intensiv ohne dabei zu alkoholisch auszufallen, ist rotfruchtig, zitrusartig und deutlich mineralisch. Er macht hier wirklich sehr viel Spaß, und man könnte meinen, er habe einen recht hohen Funfaktor (sofern man das bei einem Whisky sagen kann), da er eine gute Mischung aus Alkohol, Süße und herberen Aromen aufzeigt, die sich nach einer Weile durch Eindrücke von ungesüsstem Früchtetee, Blutorangen, Lakritze und Tabak darstellen.

Abgang: Recht lang, mit roten Früchten, Orangenschalen und kaltem Rauch.

Fazit: Ehrlich gesagt, harmonisch ist anders! Besonders im Duft ist das ganze doch recht holprig und wenig zusammengeführt. Dieser Malt profitiert jedoch enorm vom Sauerstoff, und man sollte ihm einige Wochen in der geöffneten Flasche gönnen, denn direkt nach dem Öffnen ist er wiklich kaum zu ertragen. Also nicht vom ersten Eindruck einschüchtern lassen, und ein paar Tropfen Wasser helfen da auch. Im Geschmack allerdings präsentiert er sich sofort von seiner Schokoladenseite, und er macht dabei wirklich viel Spaß, was die Gefahr birgt, daß man ungewollt auch mal einen Dram zu viel davon genießen wird. Also, dies ist kein einfacher Malt (aber einfach ist ja auch langweilig 😉 ), und ein wenig Vorsicht in jeder Beziehung ist geboten.

Rating: ✰✰✰✰✰✰✰

Bei Verkostung dieses Malts war die Flasche ca. 3 Wochen geöffnet. Sollte sich meine Wahrnehmung seiner Aromen im Laufe der nächsten Zeit stark verändern, so werde ich es hier entsprechend anfügen.

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2 Kommentare

Verfasst von - März 12, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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2 Antworten zu “Longrow Red 11 yo, OB 2012

  1. Anonymous

    März 12, 2013 at 11:41

    Nice Review Marcus. It’s not an easy one and certainly not an everyday dram. And the Nose (and whisky in general) needs time to open up. But like you I found it quite interesting and fun to taste!

     
    • whiskycuse

      März 13, 2013 at 11:41

      Hello „someone“ 😉 , we will see, how it developes in the next weeks. I noticed a similar effect with the 18 yo Laphroaig, which was really disharmonious after opening the bottle, but after a while it became one of the best OBs of Laphroaig I have tasted so far.

      Cheers Marcus

       

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