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Tomintoul 1967/2012, Abf. Finest Whisky, Painters Collection

25 Apr

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Nase: Feiner, eleganter Sherry und von Anfang an mit deutlicher Eiche. Äh moment mal, Sherry? Was spielt mir denn da einen Streich? Laut Etikett war es ja ein Bourbon Hogshead, was sich mir aber nicht aufdrängt, da ich frischfruchtige, vanillige Aromen erstmal vergeblich suche. Naja, so war nun mal der erste Eindruck, und selbst wenn es kein Sherry war, so ist er doch sehr elegant und erstaunlich lebendig, frisch und vital, mit deutlicher Zitrusartigkeit. Der Alkohol sticht vorerst etwas in der Nase, und ich merke schon, daß er einiges an Sauerstoff benötigt, um sich richtig zu öffnen. Nach und nach kommt er dann aber aus sich heraus und zeigt Aromen von Malz, roten Früchten, mürben Äpfeln, Orangen und nun auch der zuvor vermissten Vanille. Er wirkt sehr fein, fast filigran und alles andere als vordergründig überwältigend. Das soll nicht falsch verstanden werden, denn überwältigend ist er schon, jedoch nicht durch aufgesetzte, künstliche Düfte, denn eher durch Komplexität, Eleganz und Natürlichkeit. Bald entwickelt er sich weiter und duftet intensiv nach Honig, Tabak, Nüssen und Waldboden, der mit frischen Pilzen gespickt ist, und immerwährend unterlegt ist die Aromenpalette mit einer vitalisierenden, minzartigen Frische.

Tomintoul 67- 12 für Finest Whisky (800x600)

Mund: Wow, toller, intesiver Antritt, mit recht viel Süße für das Alter und leichter, gleichzeitiger Salzigkeit. Er zeigt sich hier auf Anhieb eher herber und würziger, mit Karamell, Tabak, Lakritz und Zartbitterschoki. Die Frucht aus der Nase ist nur deutlich unterschwellig zu erahnen, dafür kommen Honig, Naselnüsse und eine immer deutlicher werdende Eichenlast hinzu, Bitterkeit ist aber allenfalls durch eine leichte Adstringenz zu bemerken. Die Geschmacksfülle ist sehr gut, das Mundgefühl ist kräftig, süffig, trotzdem elegant und langsam trockener werdend.

Abgang: Lang, und nur langsam ausklingend, mit Eichenwürze und süß/salzigem Nachhall.

Fazit: Dieser Malt wurde zum vierjährigen Jubiläum von Finest Whisky Berlin abgefüllt (Gratulation übrigens), und ich muß sagen, daß dies ein würdiger Jubimalt ist. Für das Alter ist er erstaunlich harmonisch, fein und gleichzeitig imposant, und die Mischung aus honiglicher Fruchtsüße und Würzigkeit ist sehr gut gelungen (auch wenn es für mich persönlich im Geschmack noch etwas fruchtiger hätte sein können). Nur wie der Sherry da hinein gekommen ist habe ich nicht herausgefunden…

Rating: ✰✰✰✰

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6 Kommentare

Verfasst von - April 25, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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6 Antworten zu “Tomintoul 1967/2012, Abf. Finest Whisky, Painters Collection

  1. Jan van den Ende

    April 25, 2013 at 11:41

    Believe me Marcus It wasn’t me who put the Sherry in this Tomintoul. You could write the bottlers about it though! Still, sounds like a great malt and not too woody for its age. Cheers!

     
    • whiskycuse

      April 26, 2013 at 11:41

      Yes, really a great malt. This was the first time I found Sherry in a Bourbon matured Whisky. A little bit embarrassing, but I thought: better be honest…

      Cheers

       
  2. margaretemarie

    April 26, 2013 at 11:41

    Hallo Marcus, beneide dich gerade um diesen Dram, den hätt ich auch gerne verkostet. Aber auch das Etikett weckt meine Neugier, Aubrey Beardsley auf einer Whiskyflasche finde ich ungewöhnlich. Weißt du zufällig, wem der Kopf gehört, den Salomé auf diesem Etikett in ihren Händen hält? LG MM

     
    • whiskycuse

      April 26, 2013 at 11:41

      Ich freue mich von Dir zu lesen…
      Ich weiß es nicht genau, aber er hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Uwe, dem Inhaber von Finest Whisky.
      Ich werde mal fragen, wenn ich wieder mal im Laden bin.
      Wäre schön, wenn Du hier öfter kommentieren würdest, denn solch eine detailierte Befassung mit dem Malt bzw. seinem Etikett, bekommt man von den männlichen Kollegen eher selten ;-)…
      (Und ich hab mich ehrlicherweise auch noch nicht weiter damit beschäftigt, räusper…)

       
      • margaretemarie

        April 26, 2013 at 11:41

        Wäre toll, wenn du da was erfahren könntest. Ich selbst komme erst im Juli nach Berlin, aber die Adresse werde ich mir notieren! Lass dir bis dahin den Tomintoul schmecken, ich beneide dich immer noch:-)

         
      • whiskycuse

        April 26, 2013 at 11:41

        Bitte nicht beneiden, lohnt nicht, da das Sample eh leer ist 😉 Aber die Flasche gibts ja im Shop noch zu kaufen. Ich komme gerade von Markus (Whisky Kabinett) und der sagte mir auch, daß es Uwe sei. Das gabs schon mal bei anderen Malts (ich glaube u.a. Tomatin), bei denen sein Gesicht ins Label kopiert wurde. Werde es mir bei Gelegenheit aber von ihm persönlich bestätigen lassen.

         

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