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Classic of Islay, Abf. 2013, Cask 1212

28 Apr

Nase (pur): Es zeigt sich erstaunlich wenig Rauch zu Beginn, dafür Karamell, rote Früchte, reife Bananen, Orangen, Würznelken und Zimt, und irgendwie erinnert mich das ziemlich stark an einen auf dem Weihnachtsmarkt genossenen Glühwein. Er ist deutlich mineralisch und zitrusartig, recht frisch aber noch verhalten, was vielleicht auch an dem hohen Alkohol liegen kann.

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Nase (mit etwas Wasser): Die Rotfruchtigkeit kommt nun noch stärker zum Vorschein und ebenso ein Duft, der mich an rohes Gemüse oder uneife Früchte erinnert, er wird irgendwie grasig, gemüsig, etwas unreif wirkend. Mit der Zeit kommt ein buttriger Charakter zum Vorschein, nur wenig phenolischer Rauch durchzieht das Ganze, und wieder erscheint dieser Eindruck von Rotweinsäure, Anis und Nelken.

Mund (pur): Massiv, mittelsüß, deutlich alkoholisch und gerade noch trinkbar. Der Geschmack ist jetzt herber, mit Tabak, Teer, Karamell und Vanille und deutlich vom Alkohol überlagert.

Classic of Islay 2013, Cask 1212 (800x600)

Mund (mit etwas Wasser): Eine deutliche Trockenheit macht sich breit, er ist drahtig und schlank, nun auch mit einer gewissen Fruchtigkeit, die aber nicht so stark ausgeprägt ist, wie im Duft. Die Eiche kommt in den Vordergrund, und er wird leicht bitter und läßt etwas an Geschmacksintensität missen.

Abgang: Lang, mit Fruchtresten, Kaffee und Adstringenz.

Fazit: Dies ist bisher eindeutig die Abfüllung aus dem Jahr 2013, die mich am wenigsten beeindruckt hat. Die Fruchtigkeit im Duft ist recht ansprechend (wenn auch in diesem Maße untypisch) und kommt mit etwas Wasser erst richtig zur Geltung. Mit dem Geschmack ist es dann etwas komplizierter, da er pur schlecht trinkbar ist und mit Wasser schnell an Kraft verliert. Ein Balanceakt.

Rating: ✰✰✰✰✰

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5 Kommentare

Verfasst von - April 28, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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5 Antworten zu “Classic of Islay, Abf. 2013, Cask 1212

  1. Jan van den Ende

    April 28, 2013 at 11:41

    I was wondering about this Classic of Islay. Seems that this specific one is not quite my cup of whisky! Cheers!

     
    • whiskycuse

      April 28, 2013 at 11:41

      It wasn´t mine, either. But next Cask will be better, I am sure 😉

       
  2. B.H.

    April 29, 2013 at 11:41

    Interessant, wie verschieden die Geschmäcker sein können.
    Ich hatte die Gelegenheit, die Fässer 1212 und das von Dir „bejubelte“ Fass 1213 im Whisky-Kabinett zu probieren und habe mich nach langem hin- und her und einem zweiten Besuch im Kabinett dann doch für Fass1212 entschieden.
    Ich mochte beide sehr, aber irgendwie erschien mir 1212 „gefälliger“. Ich habe eine Probe vom Fass 1213 mitbekommen und gestern nach der Lektüre Deiner Verkostung beide nochmals probiert und bin beim 1212er Fass anderer Meinung und würde es deutlich „besser“ bewerten (hab mir ja auch die Flasche gekauft ;).
    Ja, die Unterschiede sind schon deutlich und bei 1213 wirken die Aromen irgendwie dezenter oder „besser eingebunden“ wie Du vielleicht schreiben würdest…Dafür finde ich 1212 aber einfach „deutlicher“ mehr „vorne weg“ und trotzdem „gefälliger“. Denn irgendwo ganz hinten rieche ich beim 1213er etwas „Estriges“, von dem ich noch nicht so genau weiß, ob ich es mag… „Untypisch“ ist das 1212er mit Sicherheit, dass kann ich als Lagavulin-Fan nur bestätigen, aber vielleicht liegt für mich genau hier der Reiz?
    Dass mich die Rotfruchtigkeit beim 1212er, die ich ebenfalls merke, die mich aber nicht an das Jugendtrauma Früchtetee in der Jugendherberge erinnert, oder auch die „Gemüsigkeit“ (bin mir noch nicht sicher, ob ich verstehe, was Du meinst) abschrecken, kann ich so gar nicht sagen. Auch komme ich mit dem Alkoholgehalt gut zurecht bzw. war ich mit meinen Verdünnungsversuchen ganz zufrieden.
    Na ja, am Ende ist das bei Classic of Islay ja immer jammern und kritisieren auf hohem Niveau… Irgenwie erinnert mich das Probieren der Classic of Islay Abfüllungen immer an das Warehouse-Tasting bei Lagavulin während meines Schottlandurlaubs – schon spannend wie verschieden Whisky aus Fässern sind, die unter genau denselben Bedingungen (eben bis auf das Fass selbst) reiften .

    Beste Grüße und vielleicht lernt man sich ja mal im Kabinett kennen.

    Abschließend nochmals herzlichen Glückwunsch zum Bloggeburtstag – ich bin schon süchtig nach Deinen Verkostungsnotizen….

    Sláinte
    B.H.

     
    • whiskycuse

      April 29, 2013 at 11:41

      Hallo Björn,

      erst mal vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Genau dieses Beispiel, daß wir zwar ähnliche Aromen wahrgenommen haben, diese aber ganz unterschiedlich werten zeigt, wie verschieden die einzelnen Genießer ihre Prioritäten setzen. Und das ist für mich auch das Interessante in der Kommunikation mit den anderen Malt-Fans. Wenn immer nur alle alles gleich gut oder schlecht finden, dann wirds ja irgendwann langweilig. Und außerdem wären dann ja immer die gleichen Abfüllungen vom Markt verschwunden 😉
      Auch ich hoffe auf ein baldiges Treffen bei Markus.

      Cheers

       
  3. B.H.

    April 29, 2013 at 11:41

    …das hast Du schön gesagt – äh geschrieben – sehe ich genauso. Dann hoffentlich auf bald bei einem Glas bei Deinem Namensvetter…

     

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