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Laphroaig Highgrove 48%vol, OB ca. 2011

21 Jun

Dies ist Geburtstags-Laphroaig No. 2:

IMAG0120

Nase: Deutlich rauchig, und sofort sticht der Alkohol in der Nase, sodaß ich ein paar Tropfen Wasser hinzugebe. Etwas besser ist es nun, obwohl auch weiterführend eine gewisse Alkoholdominanz verbleibt. Aber nun zeigen sich des weiteren Aromen von Vanille und Karamell, Sherry und viel getrockneten Kräutern. Er wirkt sehr trocken, auch wenn ein paar Früchte, wie überreife Erbeeren und gezuckerte Grapefruit auftauchen. Wieder kommt diese intensive Kräuterteenote nach oben, getragen von etwas Schwefel, Lagerfeuerrauch, Schnupftabak und Lakritz. Alles ist etwas kratzig, holzig und scharf, und der maritime Charakter (mal abgesehen vom Rauch) scheint vom Fass überlagert zu sein.

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Mund: Der Rauch ist da und sehr intensiv zu schmecken. Als nächstes habe ich das Gefühl einen modrigen Keller im Mund zu haben, oder zumindest an modrigem Holz zu lecken, und es dauert ein bißchen, bis das nachläßt. Dann kommen Sherry, Tabak, Kaffee, Asche, Holz und viel Maritimität auf die Zunge, und der Malt wird schnell trocken und zitruartiger. Er ist drahtig, schlank und etwas biestig, aber mit guter Länge und Mundausdehnung. Mit der Zeit zeigt sich Adstrigenz und deutlich herbe Töne.

Laphi High Gr. Sherry Finish (800x600)

Abgang: Lang, mit Holz, Kaffee, Bitterschokolade, Asche und Rauch.

Fazit: So richtig scheinen Fass und Malt nicht zusammen gefunden zu haben. Er läßt sich zwar ganz gut verriechen und noch besser trinken, aber von Ausgewogenheit und Frieden im Glas ist er (noch) weit entfernt. Auch ist der Alkohol zu dominant und stechend. Dieser Malt ist eindeutig nichts für Harmoniebedürftige, Laphroaigfans werden aber gewisse Freude daran finden können.

Rating: ✰✰✰

Hier geht es zu Geburtstags-Laphroaig No. 3

und hier zu Geburtstags-Laphroaig No.1

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3 Kommentare

Verfasst von - Juni 21, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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3 Antworten zu “Laphroaig Highgrove 48%vol, OB ca. 2011

  1. B.H.

    Juni 24, 2013 at 11:41

    Die Beschreibung auf dem Rückenetikett klingt ein bisschen nach „Quarter Cask“ – wie würdest Du die beidem im Vergleich sehen oder ist es gar die Highgrove-Version des „Quarter Cask“?
    Gruß B.H.

     
    • whiskycuse

      Juni 24, 2013 at 11:41

      Nein, im Glas sind es meines Erachtens zwei verschiedene Malts mit verschiedenen Aromenkomplexen. Der Highgrove ist deutlich dunkler, sherrylastiger und fassdominierter, als der QC (zumindest als die Version, die ich probiert habe). Wenn ich Vergleiche ziehen würde, dann eher zu dem Single Cask Highgrove, da von der Grundaromatik her gewisse Ähnlichkeiten zu erkennen sind. Allerdings weist der Highgrove deutlich mehr Charakter, Komplexität und Aromenintegration auf. Deshalb fehlt da auch die moderne Ausrichtung, was mir persönlich natürlich gut gefällt.
      Gruß Marcus

       
      • B.H.

        Juni 24, 2013 at 11:41

        Danke für die Einschätzung. Gut zu wissen. Beim Quarter Cask ist wohl auch gar kein Sherry dabei, der kommt ja erst im Tripple Wood zum Zuge. Klingt spannend der Highgrove.

         

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