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Longmorn 1996/2013, van Wees „The Ultimate“, Cask 72315

02 Sep

Nase (pur): Scharf, alkoholisch, unbedingt vorsichtig Nosen, damit es einem nicht die Nasenhaare versenkt… Gleichzeitig ist der Malt deutlich klebstoff-, terpentin- und nagellackartig, und es zeigt sich auch entfernt etwas Schwefel. Eine Brühe aus der Hölle? Naja, nachdem sich diese recht aggressive Schicht lichtet, kommen rote Früchte, Mazipan, Rumkugeln und ein erdiger, waldbodenartiger Duft an die Oberfläche, was auf etwas mehr Tiefgang hoffen lässt. Der Alkohol verschließt aber deutlich.

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Nase (mit 1-2 Teelöffel Wasser im Dram): Besser, offener, mit einer schönen Mischung aus fruchtigen, floralen und Kokosnoten, auch wenn mich immer noch leichter Schwefel stört. Mit der Zeit kommen Aromen von Vanille und Lakritz hinzu, und viel Würze dominiert das Aromenspektrum immer mehr.

Mund (pur): Heiß, feurig, mit starkem Alkohol, aber erstaunlicherweise nicht allzu scharf. Der hohe Alkohol macht den Malt aber drahtig, kraftvoll und läßt zögerlich Geschmäcker von roter Frucht, Lakritz, Vanille, Tabak, Trockenfrüchten und eichentöniger Würze durchkommen.

Longmorn 96-13 van Wees

Mund (mit etwas Wasser): Sehr trocken, mit deutlicher Eiche und Adstringenz, und es kommt eine gewisse Salznote zum Vorschein, ergänzt von roter Frucht, Vanille, Kokos und mentholartiger Frische. Er bleibt drahtig und trocken, und nach wie vor bestimmt viel Würze das Mundgefühl.

Abgang: Recht lang, mit viel Eiche, Würze und einer gewissen (nicht alkoholischen) Schärfe.

Fazit: Ich bin mir ziemlich sicher, daß dies kein Malt für die Masse ist und man auch ein wenig Erfahrung benötigt, um seine Qualitäten schätzen zu können. Nichts für Anfänger also. Mir hat sich dieser Malt als sehr interessant und charaktervoll dargestellt, was auch die Qualität darstellt, die ich bei vielen Standardabfüllungen vermisse. Trotzdem ist er nicht ganz ohne, geht besonders unverdünnt auf einen los, sticht wie ein ausgehungerter Kampfmoskito. Mit der richtigen Menge an Wasser scheint er sich aber bändigen zu lassen, und langweilig wird es mit ihm sicherlich nicht so schnell. (Und vielen Dank an Sebastian)

Rating: ✰✰✰✰

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2 Kommentare

Verfasst von - September 2, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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2 Antworten zu “Longmorn 1996/2013, van Wees „The Ultimate“, Cask 72315

  1. Derek Dreyer

    September 3, 2013 at 11:41

    I recently picked up a sister bottling (cask 72318), and have been enjoying it. I do not actually think it is a terribly „difficult“ whiskey – it Reminded me of a cross between the Aberlour A’bunadh and a richly sherried Glenlivet SMWS I tried recently – Although I agree it’s on the dry side. It definitely needs water.

     
    • whiskycuse

      September 3, 2013 at 11:41

      Hi Derek,

      nice to read you back 😉
      I do not think that 72315 is „difficult“, but a little special, indeed. A comparison of those two casks would be interesting.

      Cheers

       

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