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Glenlossie 1984/2010, SSMC, Cask 2534

30 Sep

Nase (pur): Leicht überlagernd zeigt sich etwas Holzpolitur, was mir persönlich ja immer sehr gut gefällt. Doch das lüftet sich schnell und gibt trotz des hohen Alkohols den Blick frei auf viel komplexes Aromengeflecht. Der Malt duftet angenehm nach Malz, Rosinen, Nüssen, Trockenfrüchten, und erstaunlicherweise sticht kein einiges der immerhin 60% Alkohol, die Stück für Stück ungewöhnlich gut in den Tiefen des Malts vergraben sind, bzw. sich gut integrieren. Er hat einen sehr süßen Anteil, der an braunen Zucker, Honig und Karamell erinnert, und auch etwas Florales gesellt sich hinzu.

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Nase (mit etwas Wasser drin): Auch wenn er schon unverdünnt ziemlich komplex erschien, so geht der Malt nun noch weiter aus sich heraus und präsentiert eine tolle Würze, Leder, Tabak, Sojasoße, sowie eine leichte Zitrusnote, auch wenn er grundsätzlich seinen süßlich/floralen Charakter nicht verliert. Die anfänglich vorhandene Holzpolitur taucht nun immer wieder mal auf, und der Alkohol sticht erfreulicherweise auch jetzt nicht.

Mund (pur): Wow! Was für eine Explosion! Süßer Sherry, perfekte Geschmacksfülle (trotz des hohen Alkohols), mit nun deutlicher Eichentönigkeit, aber ohne Bitterkeit oder Adstringenz. Der Malt übernimmt die Kontrolle über meine Mundhöhle und hinterlässt eine Spur von braunem Zucker, Karamell, Nüssen, Marzipan, Vanille und Trockenfrüchten, ist wärmend und lohnend.

Glenlossie 84-10 SSMC (800x600)

Mund (mit etwas Wasser): Immer noch süß aber mehr Kräuter- und Teenoten, Pfirsich- und Aprikosenfrucht, enormen Volumen und Komplexität. Nun tauchen auch wieder die dezent floralen Töne auf, und der Malt macht im Gesamten einen mundfülllenden und erstaunlich ausgewogenen Eindruck. Immer noch steht auch deutliche Eiche im Glas, sie bleibt in ihrer Ausprägung aber eher sanft und wenig bitter.

Abgang: Sehr lang, süß und würzig, mit Kräutern, Eiche und floralem Nachhall.

Fazit: Vielen Dank an Sebastian für diesen köstlichen Malt, der wirklich optimal gereift ist und nur das Beste aus dem Fass gezogen zu haben scheint. Er ist wunderbar ausgewogen und hat so viel Eigengeschmack, daß ihn selbst 60%vol Alkohol nicht scharf werden lassen. Ich glaube es müsste ihn beim SSMC noch zu bestellen geben, und der Preis liegt bei um die 120 €, was meiner Meinung nach für diese Qualität nicht zu viel Investition ist.

Rating: ✰✰✰✰✰

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5 Kommentare

Verfasst von - September 30, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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5 Antworten zu “Glenlossie 1984/2010, SSMC, Cask 2534

  1. Sebastian

    September 30, 2013 at 11:41

    Huch, der war doch schon ausverkauft, na umso besser, dann konntest du dir hoffentlich noch die ein oder andere Flasche sichern?

    LG

     
    • whiskycuse

      September 30, 2013 at 11:41

      Wer weiß wo sie noch was ausgegraben haben…Glück muß man haben 😉

      Cheers

       
  2. B.H.

    Oktober 1, 2013 at 11:41

    Ja, da juckt es schon in den Fingern, vielleicht doch noch ne Flasche zu erstehen, mal sehen… Ein sehr schöner Bericht von Dir. Glücklicherweise habe ich den Tropfen auf dem Whiskyherbst recht zu Beginn genossen und mir viel Zeit gelassen. Aufgrund der vielen Eindrücke an dem Tag waren die Erinnerungen aber schon etwas verblasst und wurden duch Deine tollen Verkostungsnotizen wieder aufgefrischt. In der Tat ein toller Tropfen!

    slàinte
    B.H.

     
    • whiskycuse

      Oktober 1, 2013 at 11:41

      Vielen Dank Björn. Ich bin froh, daß ich das Sample zu Hause hatte, denn auf dem Whiskyherbst war er nicht annähernd so gut zu ergründen gewesen. Die kalte frische Luft hat leider einiges an Aromen weggeblasen. Aber eine Flasche (oder zwei) als eiserne Reserve kann sicher nicht schaden 😉

      Gruß

       
      • B.H.

        Oktober 2, 2013 at 11:41

        Ja, neben all den vielen Whiskies und Eindrücken, die es einem auf solchen Events schwer machen, im Nachhinein wieder alles auseinander zu dividieren, ist das mit dem Whisky Trinken an kalter frischer Luft (und dort halt mit noch ganz viel anderem Whisky in der Luft und einer gut besuchten Messe) immer so ne Sache. Habe mir neulich nen Balvenie Double Wood im Stahl-Flachmann mit auf nen Wochenendtrip genommen und an einem kühlen Abend auf der Terasse genossen: Schlechte Idee, trotz umfüllen ins Nosingglas und dem Versuch, ihn in der Hand anzuwärmen, war an der frischen Luft die Nase, die ich sonst sehr mag, so gut wie weg…
        Gruß

         

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