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Tomatin 1965/2006, Wiebers Cross Hill, Sherry Cask, 50,7%vol

24 Nov

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Nase: Auf Anhieb herrlich komplex, mit viel Sherry (es sei aber vorweg gesagt, daß er den Rest niemals überdeckt), Toffee, Karamell, Rum, Bitterschokolade und dem Duft, den ich bisher nur von sehr alten Tawny Ports her kenne. Er ist nussig, marzipanig aber auch voll von süßen, reifen und roten Früchten. Man muß sich wirklich Zeit nehmen für diesen Malt, denn er hat so unendlich viel zu erzählen, und so berichtet er über Aromen von süßer Minze, Vanille, herben Schwarztee, viele herbe Kräuter, Kokos, Lakritz, frischen Pilze, Tabak, viel Holz, eben über all die Aromen, die er in der langen Zeit der Reife in sich aufgenommen hat. Der Alkohol sticht nicht hervor, und obwohl sämtliche Aromen enorm intensiv ausgeprägt sind, präsentiert er sich wunderbar harmonisch.

Tomatin 65-06 Wiebers Cross Hill (800x600)

Mund: Natürlich intensiv, säuerlich fruchtig, mit viel Sherry und deutlicher Eiche, die soviel Adstringenz hervorruft, daß mir augenblicklich Haare auf der Zungen wachsen! Aber halt, es bleibt nicht dabei, denn es folgt der starke (aber gerade ausreichende) Alkohol, und so gut wie alle im Duft vorhandenen Aromen verbreiten sich nun auch im Mund und explodieren förmlich dabei. Dieser Malt ist in jeder Hinsicht extrem, da alles so wahnsinnig intensiv ist, und doch zeigt sich auch hier merkwürdigerweise eine tolle Harmonie. Bei all seiner Power ist er doch sehr elegant, trocken, sehr würzig und auch irgendwie fein und wie gesagt hochkomplex.

Abgang: Lang, adstringierend aber nicht bitter, mit Sherry, leicht fruchtig und sehr würzig.

Fazit: Tja, was soll ich sagen? So einen Tomatin habe ich vorher noch nie getrunken! Er ist in jeder Hinsicht so außergewöhnlich und intenisv, daß es fast schon ein wenig weh tut! Vielleicht kann man das mit einer Achterbahnfahrt vergleichen: Sämtliche Sinne sind enorm gereizt, vielleicht sogar überreizt, aber wenn die Fahrt vorbei ist, will man sofort noch mal. Er verlangt einem beim Verkosten wirklich alles ab, gibt aber umso mehr zurück, wenn man sich darauf einlässt. Ich muß schon sagen, daß die Eiche deutlich präsent ist und wohl jeden vergraulen wird, der mit Bitterschokolade nichts anfangen kann. Für mich waren aber alle anderen Eindrücke ebenso intensiv und dazu passend, daß ich abschließend nur noch sagen kann, daß dies ein wirklich großer und unglaublich charaktervoller Malt ist, der mich definitiv in seinen Bann gezogen hat!

Rating: ✰✰✰✰✰

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5 Kommentare

Verfasst von - November 24, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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5 Antworten zu “Tomatin 1965/2006, Wiebers Cross Hill, Sherry Cask, 50,7%vol

  1. Jan van den Ende

    November 24, 2013 at 11:41

    Hey Marcus, Very Nice Review of a Great Tomatin. You are digging up some Pearls lately!
    Cheers!
    Jan

     
    • whiskycuse

      November 24, 2013 at 11:41

      Yes Jan, the 400th Review is in sight, so some real pearls will follow…

      Cheers

       
  2. B.H.

    November 25, 2013 at 11:41

    Allerdings eine spannende und sehr besondere Auswahl in letzter Zeit – sehr interessant zu lesen. Da darf man ja auf die Nummer 400 sehr gespannt sein…

    LG B.H.

     
    • whiskycuse

      November 25, 2013 at 11:41

      Die legt (zumindest im Sinne der Seltenheit der Abfüllung) noch ein klein bißchen oben drauf. Ob sie auch noch besser sein wird, wird sich zeigen…

       

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