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Laphroaig 30 yo, OB für USA ca. 2002

27 Nov

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Nase: Nun, diese Abfüllung stammt ja nicht mal ansatzweise aus der alten Zeit, der Inhalt aber schon, und so zeigt sich sofort der alte Islaystil, den ich beispielsweise vom alten 15 yo her kenne. Doch hier steckt noch viel, viel mehr drin, was besonders deutlich wird, als ich ihn direkt mit dem 15 yo vergleiche. Es zeigt sich zuerst eine zitrusartige Frucht, gepaart mit erstaunlich viel Rauch, Jod, Karamell, Fudge und viel Maritimität. Die Frucht geht schnell in den Hintergrund und macht Düften von nasser Erde, Teer, Asche,Tabak, glimmendem Holz, frisch geschnittener Eiche und auch etwas Sherry Platz. Das Ganze ist sehr harmonisch und in sich ruhend, und immer wieder tauchen leichte Fruchtnoten auf, die dann aber schnell von über Tannennadeln geräuchertem Bacon abgefangen werden.

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Mund: Er zeigt sich kräftig, mittelsüß, weich, mit viel Jod, Salz und Sherry, und die Geschmacksfülle ist vorbildlich. Auch hier blitzt ein wenig Zitrusfrucht auf, aber der Schwerpunkt liegt auf altem Motoröl, Walnüssen, Teer, Karamell, medizinalem Rauch, Seetang und Asche. Die Eiche ist schon deutlich präsent, aber produziert weder Adstringenz noch Bitterkeit, verbreitet eher eine angenehme Kräuterartigkeit und Würze. Komplett trocken wird er nicht, auch wenn mit der Zeit deutliche Mineralität aufkommt und der Malt langsam verblasst.

Abgang: Mittellang aber komplett, aschig, mineralisch und leicht pflanzenartig im Nachgeschmack.

Fazit: Die ist eindeutig der ruhigste und einer der harmonischsten Laphroaigs, den ich bisher probiert habe. Er ist alles andere als ein Überfall aus dem Glas, eher ein Besucher, der vor dem Eintritt anklopft und höflich auf Einlass wartet. Besonders der Duft ist ultrakomplex und wirklich bezaubernd, ein wenig wie eine Mischung aus Laphroaig 10 yo der 1960-er, 1970-er und dem 15 yo aus den 1980-ern. Dabei ist er sehr erwachsen geworden und ganz anders als das, was man sonst so von den aktuellen Standardabfüllungen her kennt. Es fehlt im Geschmack aber auch ein wenig an Explosivität, und für den, der genau das an einem Laphroaig schätzt, könnte das den Genuß ein bißchen schmälern.

Rating: ✰✰✰✰✰

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