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Bowmore 10 yo The Devil´s Cask, 56,9%vol, OB 2013

31 Dez

Was passt zu Silvester besser als ein Knaller? Nischt! Deshalb gibts bei mir heute auch einen solchen, den mir freundlicherweise die liebe Gabi zugesand hat (vielen Dank dafür). Bei ihr kann man auch noch mal nachlesen, worum es sich bei diesem Malt genau handelt.

24.11.13 - 68

Nase (pur): Deutlich rauchig, mit viel Jod, Rum, Kirschkuchen, welcher zartbitteren Brownieteig als Basis hat, Brombeeren und dazu starker Alkohol, der den Malt etwas zu verschließen scheint. Also gebe ich nur ein paar Tropfen Wasser hinzu, was ihn auch schnell zu öffnen scheint. Denn die Frucht erscheint nun etwas differenzierter, der Malt offener, und der Fokus wandert bald auf zartbittere, herbe Schokoladen- und Tabaktöne, ergänzt von frischem, buttrigem Hackfleisch, Jod und indischen Gewürzen. Und nun komme ich ins Schwärmen, angesichts der erstaunlich hohen Komplexität und Reife dieses Bowmore.

Bowmore Devils Cask (800x600)

Mund (mit den paar Tropfen Wasser drin): Intensiv rauchig, süß, gefällig und wieder mit viel Jod, Salz, Sherry (ach was…), Cappuccino, Lakritz, aber nicht so fruchtig, wie es der Duft angedeutet hatte. Der Malt explodiert zwar nicht im Mund, zeigt sich aber enorm intensiv, ohne dabei aggressiv zu wirken, was sicherlich an seinem extrem cremigen Mundgefühl liegen wird. Der Alkohol ist perfekt so, und nach dem Abklingen der ersten Aromawelle zeigen sich die roten Früchte und auch etwas Marzipan. Zwar verliert er nach seinem kraftvollen Einschlag im Mund etwas an Intensität, sie bleibt aber dann auf einem leicht abgesenkten Niveau lange erhalten.

Abgang: Lang, fruchtig, cremig, salzig, rauchig und aschig.

Fazit: Auf Euer Wohl zum Jahreswechsel sei dieser Malt von mir genossen, und perfekt passt er zu diesem Anlass auch! Er erinnert mich ein wenig an den 1995-er Maltmen´s Selection, der vielleicht noch ein klein wenig intensiver war, vom Stil her zu dem Devil´s Cask aber passt. Er ist für das Alter wirklich erstaunlich komplex, und besonders der Duft hat mich in seinen Bann gezogen. Versucht mal eine Flasche davon zu bekommen…leicht wird´s sicher nicht, aber dafür teuer. Und damit folgt auch eine kleine kritische Anmerkung. Denn wenn man bedenkt, wieviele Standard Bowmores man mit so einem Fass hätte etwas individueller und ausdrucksstärker machen können, dann finde ich es fast etwas schade, daß es in diese extrem limitierte Abfüllung gewandert ist, die so ziemlich kaum jemand jemals in seinem Glas haben wird. Und was diese tollen Einzelfässer positives in einer Standardabfüllung untergemischt „anrichten“ können, das zeigen zum Beispiel die ersten Uigeadail-Abfüllungen, oder einfach die vielen Standardabfüllungen aus der alten Zeit, bei denen fast jeder 10 yo um einiges komplexer war, als ein 10yo hätte sein müssen. Aber das ist nur meine Meinung zu diesem Thema… Auf jeden Fall wünsche ich allen einen guten Rutsch, einen guten Sekt im Glas (ähäm, räusper, ja es darf auch mal was anderes als Whisky sein) und ein gesundes Jahr 2014. Cheers!

Rating: ✰✰✰✰✰

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5 Kommentare

Verfasst von - Dezember 31, 2013 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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5 Antworten zu “Bowmore 10 yo The Devil´s Cask, 56,9%vol, OB 2013

  1. Jan van den Ende

    Dezember 31, 2013 at 11:41

    Happy New Year Marcus! That was a nice Bowmore! But prices are getting out of control and it won’t get any better in 2014. There is hope as many new distilleries are coming into play and others are being constructed! So who knows in 10 years time! Unless demand keeps on growing at the same pace of course. Thanks God there are samples! And nice whisky friends!
    Cheers!
    Jan

     
    • whiskycuse

      Dezember 31, 2013 at 11:41

      Da sprichst Du mir aus dem Herzen, Jan. And thanks for being my Whisky friend…see you next year.
      Cheers

       
  2. B.H.

    Dezember 31, 2013 at 11:41

    Na da haste wohl in der Tat nen Knaller gezündet. Klingt wunderbar und hat mich beim Lesen natürlich auch sehr an die Auswahl der Malzmänner erinnert. Schon sehr beeindruckend, was Bowmore so drauf hat, insbesondere bei relativ jungen Malts wie diesem. Ja wirklich schade, dass diese tollen Tropfen so gut wie gar nicht zu bekommen sind und die Fässer nicht zumindest für etwas weniger limitierte und regelmäßige Sonderabfüllungen zur Verfügung stehen (wäre der Laimrig hier vielleicht ein Weg? Oder war das auch nur ne einmalige Sache?) oder wie Du schreibst die Qualität der Standards enorm aufwerten (darkest?).
    Wie dem auch sei, ich wünsche Dir einen guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr! LG Björno

     
  3. margaretemarie

    Januar 8, 2014 at 11:41

    Ich kann jedes Wort, das du schreibst, nur bestätigen! Und wünsch dir auch für die nächsten 12 Monate ein tolles Whisky-Jahr! 🙂

     
    • whiskycuse

      Januar 8, 2014 at 11:41

      Danke Gabi, gut begonnen hat es mit diesem Malt ja.
      Vielen Dank noch mal…

       

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