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Longmorn 15 yo, OB ca. 2006

08 Jun

Eines sei hier vorweg gesagt: Dieser Malt benötigt dringend etwas Zeit an der Luft, bzw. in der geöffneten Flasche. Ist er direkt nach dem Öffnen deutlich zugeschnürt, so öffnet er sich mit der Zeit wie ein Blumenstrauß. Der erste Eindruck könnte hier eventuell täuschen.

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Nase: Wunderbar offen strömen mir Düfte von feinem Sherry entgegen, hochelegant erscheint er mir und verteilt Aromen von Birnen, süßem Pflaumenwein, etwas Holzpolitur und Nüssen im ganzen Raum. Das Verhaltene, was nach dem Öffnen der Flasche das Genussvergnügen um einiges trübte, ist nun vollkommen verschwunden, und so zeigen sich süßes Marzipan, Butterstreusel, Vanille, Trockenfrüchte und frischer Hefeteig. Der Alkohol scheint gut integriert, und plumpen über-Sherry sucht man hier vergebens. Hier ist alles fein, elegant und edel.

Longmorn 15 yo

Mund: Trotz seiner Eleganz zeigt er sich ziemlich kraftvoll, mit leichter Alkoholdominanz, mittlerer Süße, zartem Sherry, Marzipan, Vanille, Rosinen, und auch im Geschmack profitiert er eindeutig von reichlich Luftzufuhr. Alles ist ziemlich harmonisch und mit deutlich altem Stil, sodass ich den Zeitraum der Abfüllung auch ohne weiteres zum Ende der 1980-er Jahre hätte legen können. Dann folgen dunkle rote Früchte, Pflaumen, etwas Kokos und eine leichte Eichentönigkeit mit der Zeit. Der leicht dominante Alkohol vom Anfang hat sich nun auch etwas beruhigt.

Abgang: Mittellang bis lang, mit Trockenfrüchten und herber Eiche.

Fazit: Ich kann es nur noch einmal betonen: Dieser Malt muss eine Weile in der Flasche geöffnet sein, ein Schluck sollte am besten auch schon fehlen, damit ausreichend Sauerstoff herankommt. Ein paar Tage reichen da schon aus. Ist dieser Umstand gewährleistet, so erhält man ein wunderbar ausgewogenes, elegantes und feines Aromen- und Geschmacksprofil, was zusätzlich mit einer ordentlichen Portion vom alten Stil gesegnet ist. Im regulären Handel ist er zwar nur noch selten anzutreffen, auf Auktionen aber immer wieder zu einem angemessenen Preis (um die 80 €) zu bekommen.

Rating: ✰✰✰✰

Summary in english: The most important thIng about this malt: It needs time to open up! I have never tasted a malt before that needed to breathe as much as this Longmorn did! After this time it spends its aromas very generously, smells like pear, sweet plum wine, nuts, wood polish, marzipan, dried fruits, buttery crumbles and very fine sherry. Its quite powerfull on the palate, but unfortunately the alcohol domindates a little bit. Apart from this its a very elegant and fine malt with an astonishing old style flavour!

 

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