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Glenlivet 1948/1969 Unblended All Malt, Baretto-Import, OB

16 Aug

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Nase: Nach so langer Zeit in der Flasche sollte man ja annehmen, dass hier ein staubiger oder müder Duft zu erwarten wäre. Nichts da, er ist erstaunlich frisch, eine Mischung aus old style Sherry und zitrusartiger Fruchtigkeit springen mir entgegen. Durchzogen ist diese Aromatik von einer leichten Rauchnote, und alles wirkt sehr harmonisch und zu einer Einheit verschmolzen. Bei diesen harmonisierten Düften ist es ja immer nicht ganz einfach die einzelnen Komponenten zu differenzieren, doch nach einer Weile kann ich eine Mischung aus Orangen, Aprikosen, Trockenfrüchten (Rosinen) und Ingwer erkennen, gefolgt von floralen Noten, altem Keller (dabei aber nicht muffig), frischem Heu, Vanille und leicht pfeffriger Würze. Trotz dieser vollen Aromenfracht macht der Malt einen sehr feinen und vor allem eleganten Eindruck, und die Fruchtigkeit vom Anfang, kommt immer wieder nach oben, sodass eine perfekte Mischung aus alt und frisch entsteht.

 

Glenlivet 1948 Baretto

Mund: Auch hier ist er beeindruckend präsent und intensiv, doch gleich danach zeigt sich eine (für solch alte Flaschen nicht unüblich) intensive Wachsigkeit, die mich ersteinmal überrennt und stutzen lässt. Die Frucht ist nun vollkommen verschwunden, und stattdessen zeigen sich viele Kräuter, Stroh, Schwarztee, etwas Honig, Holz, Obstschalen und Bitterschokolade. Leider ist er im Geschmack bei weitem nicht so frisch und spritzig wie im Duft, allerdings wirkt der Malt sehr fein und elegant, und feine Blumigkeit belegt angenehm meine Zunge.

 

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Abgang: Recht lang, floral, aber etwas staubig und fade.

Fazit: Solch einen alten Whisky zu verkosten ist natürlich immer etwas Besonderes, keine Frage. Allzu viele von diesem Kaliber hatte ich ja noch nicht, aber ich erinnere mich an einen Linkwood aus den 1930-er Jahren, bei dem diese Qualitätsaufteilung ähnlich war. Der Duft einfach nur bezaubernd, der Geschmack ganz anders als heutzutage, viel feiner, eleganter, aber auch trockener und mir fehlender Spritzigkeit. Ob das nun bei diesen alten Abfüllungen die Regel ist, kann ich persönlich noch nicht beurteilen, aber ganz nüchtern betrachtet, bin ich in diesem Fall vom Duft förmlich auf eine Wolke im siebten Himmel getragen, vom Geschmack dann wieder zurück in meinen Sessel geholt worden.

Rating: ✰✰✰✰

Summary in english: Enjoying such an old Whisky is something really sprecial to me. Having tasted an old Linkwood from the 1930-ies, I remembered it to be very fresh, fruity and outgoing in the nose, but a little bit restrained, dusty and even a bit tired in the taste. And so ist this Glenlivet, too. The aroma is so fresh, with old style sherry, cirtus fruits, oranges, apricots, dried fruits (raisins), ginger, intensely floral notes, hay, old cellar (without being musty), vanilla, black pepper and a slight smokiness. Everything is extremely harmonious and bound together! The mouthfeel is very elegant, but dry, with a waxy taste, herbs, black tea, honey, straw, fruit skins and bitter chocolate. Floral notes appear after a few seconds, but I really miss the fruitiness that was so present in the nose. The finish is quite long, but a bit dusty and dull. So this is not the best malt I have ever tasted (and I mean the taste, not the nose!), but a great experience anyway!

 

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