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Ardbeg Auriverdes, OB 2014

14 Dez

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Nase: Auch wenn der Alkoholgehalt mit seinen 49,9 % vol nicht allzu hoch ausfällt, so sticht er doch erstmal etwas, erscheint spritig und roh. Pfeffrig scharf, mit etwas Bacon und eher moderatem Rauch geht es weiter, und es dauert eine ganze Weile, bis er sich mir öffnet. Dann aber zeigt sich eine schöne Fruchtnote, die mich an Zitrus, Melonen und Pfirsiche erinnert, und deutlich florale Beitöne mischen sich dazu passend unter. Mit der Zeit wird es ziemlich würzig, erdig, mineralisch, aschig, und eine Mischung aus Kräutersirup, Karamell und Trockenfrüchten bietet ein dazu passendes, süßliches Gegenstück.

Ardbeg Auriverdes

Mund: Er startet mit guter Kraft, deutlichen Phenolen, einem Prickeln und einer angenehmen Süße auf der Zunge, die durch eine frische Zitrusartigkeit etwas gepuffert wird. Er dehnt sich weit im Mund aus und der Alkohol passt nun auch besser ins Gesamtbild hinein. Bald verblassen diese Eindrücke und machen Platz für intensive erdige, kräuterartige und mineralische Töne, die durch etwas Karamell und Schokolade ein wenig süßliche Substanz bekommen.

Abgang: Lang, trocken, aschig, kräutertönig und etwas fade.

Fazit: Ardbeg ist mit diesem Auriverdes ein durchaus guter Whisky gelungen, und die grundsätzliche Qualität ist deutlich zu erkennen. Davon abgesehen hat es für überschwängliche Begeisterung bei mir aber nicht ganz gereicht. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen hat mir im Gesamten das gewisse Etwas an diesem Whisky gefehlt, denn rauchige Whiskys aus amerikanische Eiche und mit vergleichbarer Aromengestaltung, gibt es ja nun wirklich mehr als nur einen auf dem Markt. Zum Zweiten wirken die Aromen im Duft nicht ganz harmonisch und etwas wenig miteinander verbunden. Und der dritte Kritikpunkt ist der Preis, denn 80-85 € Einführungspreis und über hundert Euro, die momentan auf Auktionen für eine Flasche von diesem Whisky aufgerufen werden, ist meines Erachtens etwas zu hoch gegriffen. Was ihn dann letztendlich doch noch zu einem guten Whisky werden lässt, ist sein kraftvolles und schmackhaftes Mundgefühl, auch wenn er zum Ende hin etwas fade wird.

Rating: ✰✰✰

Summary in english: It starts quite alcoholic and sharp at first nosing, although basically 49,9 ABV should not be too high for this kind of whisky. It seems to be a bit restrained, and it takes a while until aromas like bacon, lemon, melon, and peach, and a quite moderate kind of peat smoke do appear. Some floral tones, wet soil and peppery spiciness, as well as sweet herb liqueur, caramel and dried fruits come up later on. The taste is beautifully powerful, slightly sweet, phenolic with fresh and vibrant citrus-like sourness. The alcohol now is well integrated, and earthy, herbal, mineral tones and sweet caramel and chocolate do complement each other quite nicely. The finish is long, dry, ashy, but a bit dull. So, all in all this whisky is of quite good quality (especially when it comes to the taste and mouthfeel), but it lacks a bit of personality, mellowness and the aromas are not perfectly balanced and harmonious. And current prices are definitely too high, considering the offered quality of this single malt.

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