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John Hopkins´ Navy Supreme 12 yo (Oban Distillery), Essevi Import, 43°, Blended Scotch 1970-er

16 Feb

Obwohl diese Abfüllungen verhältnismäßig oft auf Auktionen auftauchen und auch einige Raritäten Händler im Internet solche Flaschen verkaufen, so findet man doch eher wenig Hintergrundinformationen zu diesem Whisky. John Hopkins & Co. Whisky Distillers wurden wahrscheinlich Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts in Glasgow gegründet, gingen zwischen 1896 und 1925 in die Distillers Company Limited ein, welche 1877 als ein Zusammenschluss von sechs Scotch Whisky Produzenten (u.a. John Haig & Co.) entstand. Diese wurde 1986 von der Guinnes Group erworben, welche 1997 zusammen mit Grand Metropolitan Diageo gründete. Es handelt sich offensichtlich um einen Malt-Grain Verschnitt, bei dem einmal Malt Whisky der Destillerie Glen Elgin und einmal von Oban verwendet wurde. Abgefüllt wurde wahrscheinlich in einem Zeitraum zwischen den frühen 1960-ern und den 1980-er, was ich aufgrund der auf Auktionen zu entdeckenden Flaschen schlussfolgerte. Es gibt sowohl Flaschen mit 40, als auch mit 43 %vol, welche mit screw cap, als auch die älteren mit kork stopper.

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Nase: Recht süßer Duft, mit viel Karamell, Vanille, Marzipan, reifer Rotfrucht-Marmelade, und etwas weiter hinten kommt dann ein schöner harmonischer Sherry zum Tragen. Der Grain ist hier nicht so sehr offensichtlich dominant, bewegt sich eher im Hintergrund und bindet sich gut ein. Nach einiger Zeit öffnet sich der Whisky noch etwas weiter und zeigt Aromen von Tabak, viel altem Schrank, etwas Ahornsirup, Kräutertee und reifer Zitrone.

Navy Supreme Oban

Mund: Intensiv, erstaunlich süß, mit Honig, Vanille, Trockenfrüchten und einer deutlichen Salznote breitet er sich überraschend voluminös in meinem Mund aus. Danach setzt sofort eine würzige Komponente ein, ebenso wie Kräutertee, deutliche Eiche und wieder ein schöner sauberer Sherryton, der durch etwas Grainartigkeit flankiert wird. Das Mundgefühl ist dabei wunderbar fett und süffig.

Abgang: Lang, herb, leicht pfeffrig, eichentönig und sogar leicht adstringierend.

Fazit: Nach dem der Navy Supreme (Glen Elgin) zwar ein wunderbar weitgefächerten Duft, aber ein eher fades Geschmacksbild präsentierte, so zeigt sich der Oban erfreulicherweise viel fetter, reichhaltiger und einfach viel leckerer im Geschmack. Dafür war er vielleicht nicht ganz so fein und komplex im Duft, aber auch da hat er mir mit seinem alten Sherryton sehr gefallen. Müsste ich mich für einen von beiden entscheiden, dann wäre es auf jeden Fall der Oban, der einfach die deutlich bessere Gesamterscheinung zeigte. Ein toller Tropfen!

Rating: ✰✰✰✰

Summary in english: It starts sweet, with lots of vanilla, caramel, marzipan, ripe red fruits, raspberry jam and beautiful old style sherry notes. The grainy kind of flavours don´t come up so obviously, they are rather staying in the background and seem to be quite well integrated. The whisky opens up after a while and shows aromas like tobacco, old wood, maple syrup, herb tea and ripe lemons. The Whisky appears astonishingly sweet and voluminous on the palate, with sweet honey, vanilla, dried fruits, as well as a quite intense saltiness. After a while, herbal and oaky notes do appear, and a nicely clean sherry note and a little bit of graininess lead to a tasty and delicate mouthfeel. So, compared to the Navy Supreme Glen Elgin, this Oban Version is much more to my liking, and definitely the better whisky, although it was a little less complex in the nose. Whatever, it is a great wee dram!

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2 Kommentare

Verfasst von - Februar 16, 2015 in Whiskyverkostungen fortlaufend

 

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2 Antworten zu “John Hopkins´ Navy Supreme 12 yo (Oban Distillery), Essevi Import, 43°, Blended Scotch 1970-er

  1. B.H.

    Februar 17, 2015 at 11:41

    Lieber Marcus,
    das hast Du Dich ja auf eine interessante historische Entdeckungsreise begeben und diese Oban-Version klingt ja auch durchaus lecker…
    Lieben Gruß
    B.

     
    • whiskycuse

      Februar 17, 2015 at 11:41

      Ja Björn, das war schon recht interessant, zumal es echt wenig Infos zu diesen Abfüllungen gibt. Ich habe noch eine Oban Version, die in den 80-ern abgefüllt wurde und die deutlich heller ist. Bin gespannt, wie die sein wird.
      Gruß Marcus

       

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