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Karuizawa 1981/2012, Sherry Cask 158 „Sakura“, OB für Prineus, 62,8 %vol

22 Mai

Eines sei schon einmal vorweg gesagt: Wer mit mir eine Diskussion bezüglich der Preisentwicklung einer dieser lediglich 45 abgefüllten Flaschen anfangen will, den lasse ich mit Sicherheit ohne Kommentar in der Ecke stehen. Sie wurde 2012 mit einem Preis von ca. 350 € auf den Markt gebracht, und machte dann im Laufe der letzten drei Jahre Preissprünge, die die Frage nach dem Preis/Leistungsverhältnis ad absurdum geführt haben, wie es bei so vielen anderen japanischen Whiskys mittlerweile auch der Fall geworden ist. Nur dass diese Abfüllung hier die Grenze sogar noch etwas weiter nach oben setzt, da auf der letzten Auktion über 14000 € (nein, ich habe mich bei den Nullen nicht verzählt) für eine Flasche gezahlt wurde. Macht das Sinn? Sicher nicht, aber das Verhältnis von Angebot und Nachfrage könnte wohl kaum ungünstiger ausfallen, als bei diesem Sakura, und das nötige Kleingeld scheint bei einigen Sammlern auch vorhanden zu sein. Also frage ich nicht weiter nach dem Sinn, sondern verkoste einfach das wohl teuerste 2 cl Sample aller Zeiten und danke bei dieser Gelegenheit dem Uwe, der mir auch diese Probe zugänglich gemacht hat!

20150321_100128

Nase (mit ein paar Tropfen Wasser): Ja, was ist denn da alles drin? Ein ganzer Korb von tropischen Früchten, Mangos, Maracuja, Nektarinen, süße Waldbeermarmelade, Kirschlikör, Feigen, gewürzt mit etwas Zimt, braunem Zucker und Weihrauch. Sofort fällt auf, dass der Whisky enorm sauber ist, keine Fehlnoten, kein Schwefel oder sonstiges Feuerwerk, was für eine Freude! Dieser extrem aromatische Duft wird immer offener, zeigt Pfeifentabak, zarte Holznoten, Pfeffer, Ingwer, süßes Honiggebäck, und zu all der überschwänglichen Süße gesellt sich eine hochkomplexe und perfekt ausbalancierte Würzigkeit, die das Ganze zu einer ausgewogenen Einheit verschmelzen lässt. Traumhaft!

Karuizawa Sakura

Mund: Extrem kraftvoll, explosiv und vulkanisch, trotzdem sehr fein, elegant und trockener, als es der Duft hätte vermuten lassen. Auch hier ist er wieder tropisch fruchtig, was fast schon eine Intensität annimmt, wie es bei den besten 1976-er Tomatins oft der Fall ist. Doch nun zeigt sich die Eiche, welche aber perfekt zum Rest zu passen scheint, mit aromatischem Tabak, Menthol, Pfeffer, süßen Kräuterbonbons und scharfem Chili.

Abgang: Lang, trocken, restfruchtig, mit etwas Holzkohle und Bitterschokolade.

Fazit: Dies ist mit Abstand einer der saubersten japanischen Whiskys, die ich je im Glas hatte! Dazu kommt eine umwerfende Fruchtigkeit, die den Duft zu einem der schönsten macht, den man sich nur vorstellen kann! Zwar kann er im Geschmack nicht ganz an diese überragende Qualität anschließen (was auch dem qualitativ leicht abfallenden Abgang geschuldet ist), aber auch hier gehört er für mich zum Allerfeinsten. Der ursprüngliche Ausgabepreis, von ca. 350 €, war damals ein Schnäppchen…

Rating: ✰✰✰✰✰ ✰✰✰✰✰✰

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