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Laphroaig 15 yo, OB 2015

03 Jun

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Nase: Angenehme, anfangs leicht künstlich erscheinende Fruchtnote, mit Zitrus und grünen Äpfeln, eher dezent ausgeprägte Rauchkomponente, welche nicht so medizinal ausfällt, wie ich es schon von anderen Laphroaigs erlebt und auch vom alten 15 yo in Erinnerung habe. Schnell kommt eine gewisse honigliche Süße, Heidekraut und andere erdige Töne hinzu, was sich sehr schön mit der vorangegangenen Fruchtigkeit verbindet und auch ihren dezent künstlichen Charakter mehr und mehr zu glätten scheint. Im Hintergrund halten sich florale Noten, ebenso wie Gebäck, etwas Vanille und salzige Mineralität.

Laphi 15 yo 2015

Mund: Erstaunlich fruchtig, leicht salzig, mit eher wenig Torfrauch aber Honig, Karamell, und schnell kommen wieder diese heideartigen Erdtöne und die Floralität in den Vordergrund. Deutliche Eichentönigkeit zeigt sich, passt sich aber gut in das Gesamtgefüge des Malts ein, und auch der Alkohol (von immerhin nur 43 %vol), erscheint mir, nach anfänglicher Skepsis, recht gut und passend zum Rest gewählt. Als der Geschmack langsam aschiger und leicht teerartig wird, kommt plötzlich eine leichte Fruchtnote nach oben, die fast etwas tropisches an sich zu haben scheint und sich bis zum Schluss hält.

Abgang: Mittellang, wieder etwas rauchiger, eichentönig, leicht fruchtig und floral.

Fazit: Es sei vorweg gesagt, dass dieser Whisky dringend Zeit an der Luft benötigt. Gönnt man ihm diese, dann zeigt sich für mich ein sehr guter, in sich stimmiger Malt, der vom Stil her erfreulich unmodern erscheint und für mich auf jeden Fall an die Qualität des 18 yo heranreicht, ihn vielleicht sogar einmal übertreffen wird. Warum einmal übertreffen wird? Weil ich fest davon überzeugt bin, dass sich dieser Laphroaig im Laufe der Jahre und Jahrzehnte in der Flasche harmonisieren wird. Und wenn sich seine Komponenten zu einer Einheit verbunden haben, dann wird er mit Sicherheit unerwartet viel Freude bereiten. Wer so lange nicht warten will, der kann ihn aber jetzt auch schon voller Genuss trinken, eine Flasche sollte man sich aber ruhig in den Keller stellen und für viele Jahre erst einmal vergessen. Der bekannte Weinkritiker Mario Scheuermann hatte einmal über einen Wein geschrieben:“ Hat sich noch nicht ganz gefunden, verspricht aber viel“. Dieses Zitat passt meines Erachtens perfekt zu diesem neuen 15 yo.

Rating: ✰✰✰✰ – ✰✰✰✰✰ (vielleicht irgendwann auch mal mehr)

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