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Der wertvollste Malt der Welt!

Sicherlich bezieht sich der Titel dieser Seite nicht auf den rein finanziellen Aspekt, da es kostspieligere Abfüllungen auf dem Markt gibt. Für mich persönlich ist dies jedoch die wertvollste Flasche, die ich besitze und das hat mehrere Gründe:

Zum einen ist der Inhalt der Flasche umwerfend gut.

Des weiteren wurde er recht umständlich, mit viel Flaschenaufwand komponiert und ergab zum Abfüllungszeitpunkt gerade mal 3,5 Flaschen mit je 70 cl Inhalt. Der Meister dieser Komposition heißt Markus Rosanowski, den ich in meinem Blog ja immer wieder erwähne, und meines Erachtens ist ihm mit diesem Malt ein herausragendes Meisterwerk gelungen (auch wenn er das aufgrund seiner Bescheidenheit sicherlich bestreiten wird).

Mittlerweile gibt es nur noch zwei davon, zuzüglich dem Rest aus der Flasche, auf die sich die folgenden Verkostungsnotizen beziehen. Eine von den vollen Flaschen darf ich nun mein Eigen nennen, was mich besonders stolz und glücklich macht. Und eine Holzkiste gabs auch dazu…

Das Rezept dieser Whiskykreation lautet wie folgt: Er füllte einen sehr fruchtigen und dunklen Oloroso Sherry in dieses leere Portfass, und ließ diesen darin für ca. 9 Monate liegen. Danach wurde das Fass geleert und stattdessen 2 Flaschen Laphroaig Quarter Cask und 2 Flaschen Laphroaig Cask Strength, OB mit je 55,7%vol hineingefüllt.

Nach bereits vier Monaten hatte der Inhalt soviel Flüssigkeit verloren, daß sich nur noch ein geleeartiges Konzentrat auf dem Boden des Fasses befand, was sich durch viel zu viel Torf und Süße auszeichnete und auch von der Konsistenz her alles andere als trinkbar war.  Dieses wurde nun erneut mit einer Flasche eines 11 yo Laphroaig von Signatory in Cask strength und einem 17 yo Laphroaig, Mackillops Choice verdünnt und flüssig gemacht.

Nach weiteren vier Monaten war der Fassinhalt wieder deutlich reduziert und zu wenig fruchtig, weshalb er nun im Laufe der folgenden drei Monate (da der Inhalt immer wieder einreduzierte) nach und nach knapp vier Flaschen Laphroaig 15 yo OB hinein füllte. Hier gibt es nochmal den Originalwortlaut, wie es auf dem Backlabel der Flasche notiert wurde.

Da nach dieser Zeit alle gewünschten Kriterien erfüllt schienen, füllte er den entstandenen Malt mit jeweils 51%vol in die schon erwähnten 3,5 Flaschen und kredenzte den Inhalt ab und zu in ausgewählten Momenten. Die Flasche mit dem von mir verkosteten Inhalt ist nun fast leer, sodaß nur noch zwei übrig geblieben sind, von denen eine ihren Weg mittlerweile zu mir gefunden hat.

Nase: Die Worte intensiv und komplett bekommen hier eine völlig neue Bedeutung. Es zeigen sich viel Jod, und Sherry-, bzw. Porttöne, also sehr süß und fruchtig, Tabak, Marzipan, Torf und eher eine Art von Rauch, die an ein Lagerfeuer erinnert. Alles ist enorm kompakt, muskulös und voluminös, und schwer wie ein Kessel voller Blei. Der maritime Charakter ist allgegenwärtig, ergänzt von Karamell, Orange, Zitrone und das Aroma der grünen Hubba Bubba-Kaugummis, wenn sich daran noch jemand erinnern kann (oder gibts die heute noch?).

Mund: Unglaublich voll, intensiv, süß, ölig, salzig, würzig, kaltrauchig und wärmend. Nachdem die Betäubung meiner Zunge etwas nachgelassen hat, kann ich Honig, Kräuterbonbons, Süßholz, Ahornsirup, Torf und Teer erkennen, und eine salzige Süße breitet sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Mundhöhle aus und kleistert sich gnadenlos fest (im positiven Sinne). Selbst nach mehreren Schlucken Wasser ist er noch präsent im Mund und der Nase….was für ein Konzentrat! Trotz des hohen Alkohols ist dieser absolut zweitrangig, fällt hinter den Massen an Aromen fast etwas zurück und integriert sich wunderbar in die Gesamtheit dieses Whiskys. Er hat eine unglaubliche Mundpräsenz!

Abgang: Kaum endend, süß und salzig, er kehrt immer wieder mit kaltem Rauch, schwarzem Tee, ist kaum bitter, nur ein ganz kleines bißchen ganz zum Schluß..

Fazit. Was für ein Gebräu aus Markus´ Hexenküche, in jeder Beziehung ein Erlebnis!

 

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